Wir haben geschlossen!

iBurg.at sagt leise Servus

Am 7. September 2013 eröffneten wir die Kommunikationsdrehscheibe iBurg.at. Seither ist viel passiert. Unzählige Menschen haben den Heurigenkalender benutzt, sich über Veranstaltungen informiert, oder die neuesten News gelesen. Die beispiellose Informationsdrehscheibe sagt jetzt leise Servus und verabschiedet sich von seinen Lesern, Partnern und Kunden.

Aus diesem Grund möchte ich ihnen noch einen letzen Blick hinter die Kulissen geben – von „Wie ist es Entstanden“ bis hin zu „Wie wurde iBurg.at finanziert“

Was war die Philosophie von iBurg.at und wie haben wir es umgesetzt?

Folgende vier Punkte waren uns immer extrem wichtig und waren bis zu letzte im Fokus

  • iBurg.at soll von Klosterneuburgern für Klosterneuburger sein
  • iBurg.at muss unabhängig bei politischen Themen sein
  • iBurg.at hat im Fokus die positiven Dinge zu zeigen
  • iBurg.at soll der lokalen Wirtschaft helfen sich zu präsentieren und zu vermarkten

 

Von Klosterneuburgern für Klosterneuburger – die Umsetzung

Wir haben ein einzigartiges Redaktionssystem entworfen, in dem viele ausgewählte Institutionen und Vereine eigenständig Nachrichten publizieren konnten –so wurde bis zu Letzt von der IST Austria, BK Dukes, Wasserballern, Feuerwehr Klosterneuburg, Museum Kierling, etc. Nachrichten online verbreitet. Große Themen wurden von der iBurg.at Redaktion unterstützt, begleitet oder komplett eigenständig recherchiert.
Vielen Dank an dieser Stelle an alle die hier redaktionell mitgearbeitet haben. In manchen Fällen wurden sogar ganze Videos produziert, wie zum Beispiel von der Feuerwehr Klosterneuburg. Einblicke die ich nicht vergessen werde! Danke euch allen für diese gute und schöne Zusammenarbeit. Es gehört viel Engagement dazu, wenn man das in seiner Freizeit auch noch für die Allgemeinheit oder seinen Verein macht!

Wie berichtet man möglichst unabhängig über politische Themen?

Eine Frage die uns lange begleitet hat. Unser Lösungsansatz war, die Politiker vor die Videokamera zu holen. Politikern von unterschiedlichen Parteien wurden dann die selben oder sehr ähnliche Fragen gestellt. Die Interviews wurden nicht geschnitten.
Die Idee dahinter – es braucht keinen Chefredakteur der uns seine Meinung im Kommentar erzählt. Wir wollen keine Zeitung sein die Informationen unter den Tisch fallen lässt. Wir wollten die Fakten von den verantwortlichen Personen zu hören und zu sehen bekommen. So kann sich jeder sein eigenes Bild machen und seine Meinung zum Thema bilden.
Ist das perfekt und funktioniert das immer? Nein – aber ich wüsste noch immer keinen besseren Ansatz um komplett unparteiisch zu berichten.

Wie bringt man positive Nachrichten und hat trotzdem genug Leser?

„Eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht“ Ein Satz, den ich als ehemaliger Verlagsmitarbeiter oft gehört habe. Ehrlich gesagt hat mich das immer gestört. Deswegen war es mir wichtig auf die reißerischen Schlagzeilen zu verzichten. Wir wollten soweit es geht die positiven Bereiche der Stadt in den Mittelpunkt stellen und positive Stimmung erzeugen. Ist uns das gelungen? Natürlich nicht immer, da es auch negative Dinge gibt über die man objektiv berichten muss.

Ich war aber sehr froh, dass wir mit diesem Konzept und ohne reißerischen Schlagzeilen um die 5.000 bis 8.000 Leser jeden Monat erreichen konnten. Bei 25.000 Einwohnern finde ich ist  das schon beachtlich.

Einbindung der Wirtschaft – Förderung der Wirtschaft

Von wem kann eine derartige Plattform leben? Von der florierenden Wirtschaft natürlich, denn die hat das Werbegeld. Nachdem wir alle bei iBurg.at eine eigene Firma besitzen war es uns auch sehr wichtig hier einen Beitrag zu leisten. Wir haben viele Eröffnungen angekündigt, darüber mit Fotos und Videos berichtet und mit dem „Schaufenster“ eine eigene Werbeplattform für die lokale Wirtschaft entwickelt.
Ich höre immer wieder, dass alle nach Wien fahren um dort einkaufen zu gehen.  Dazu stelle ich folgende Fragen in den Raum: Warum ist es bequemer nach Wien zu fahren als vor der Türe einkaufen zu gehen? Lebensmittel werden hier auch vor Ort eingekauft, warum also nicht auch Schuhe? Und warum fahren dann so viele Klosterneuburger nach Tulln einkaufen? (Tulln hat übrigens weniger Einwohner als Klosterneuburg!?!)

Was waren die Highlights von iBurg.at?

Es gab viele Highlights und schöne Momente aber auch rießen große Herausforderungen.

KnowHow musste rasch aufgebaut werden. Das Fernsehstudio in einem kleinen Büro unterzubringen hat uns viele Wochen lang beschäftigt. Besser zu werden war oft auch mit finanziellen Herausforderungen für neues Equipment verbunden. Aber es hat sich meistens ausgezahlt und wir konnten mit einer unglaublich kleinen Mannschaft sehr viel bewegen und auf die Beine stellen.

Hier meine persönlichen Top 5

  • Flashmob Carmina Burana mit 100 Mitwirkenden beim Höfefest
  • Habsi Tabsi – der beliebte iBurg-Drache, welcher von 400 Kindern entworfen wurde und als Maskottchen auf den Festen öfters zu sehen war
  • Hofkrichnergassenfest – ein Fest mit rund 4.000 Besuchern das wir zusammen mit den Betrieben der Hofkirchnergasse organisiert und durchgezogen haben
  • Livestream zur Gemeinderatswahl 2015 – einer der spannendsten Projekte die wir durchgeführt haben. So viel Trubel gab es in Klostenreuburg noch nie bei einer Wahl.
  • Die unzähligen Videoproduktionen und Studiointerviews die wir durchführen durften. So konnten wir wirklich spannende Persönlichkeiten bei uns im Büro begrüßen. (von Mausi Lugner über Mikl-Leitner bis hin zu Werner Brix)

Wie wurde iBurg.at finanziert?

Aufgebaut und programmiert wurde iBurg.at rein mit Eigenkapital –  die laufenden Kosten wurden mit Kooperationen bei Großveranstaltungen, Werbekooperationen mit der lokalen Wirtschaft oder zusätzlichen Kooperationen bei Großveranstaltungen wie es bei einem Höfefest möglich war, gedeckt.

Wie viel Förderung bekam iBurg.at gesamt?

Insgesamt 0,- Euro  

Für jeden Cent den die Stadt gezahlt hat, gab es einen konkreten Leistungsauftrag. Insgesamt handelte es sich um 30.000,- Euro brutto, die an iBurg.at geflossen sind. Diese Summe wurde innerhalb von drei Jahren beauftragt.

Eine genaue Auflistung der erbrachten Leistungen und die nötigen Leistungsdaten sowie ein Stick mit den beauftragten Videos wurde jedes Jahr an das damalige Stadtmarketing persönlich übergeben und abgenommen.

iBurg.at hat zu keiner Zeit eine Förderung bekommen und hat die vereinbarten Dienstleistungen oft sogar übererfüllt.

Was wurde mit dem Geld der Stadtgemeinde umgesetzt?

Mit diesem Geld wurden

  • Stadt-Themenbereiche geschaffen (z.B. für die jCard, Recyclinplatz, Infos zur Familienkarte, SOMA, etc.)
  • Bereiche für Projekte der Stadt geschaffen und gepflegt (zum Beispiel den Happylandumbau, das Sportfest, etc.)
  • umfassende Informationen zu Leistungen der Stadt (Müllabfuhr, Recyclinghof, Soziale Unterstützungen der Stadtgemeinde, Bäderinformationen, etc.)
  • Aufbereitung von Historischem und Stadtnachrichten
  • Dachmarke Klosterneuburg – exklusive Werbefläche auf iBurg.at
  • Einige Videos und Interviews wurden im Auftrag der Stadt produziert und beworben
  • Allgemeine Informationen wie Sportanlagen und Bäder, Spielplätze, etc. wurden von uns redaktionell aufbereitet und auf iBurg.at angelegt
  • Redaktionszugänge für die Stadt und deren Institutionen wurden zur Verfügung gestellt. Nötige Schulungen/ Support wurde hier von uns zusätzlich geliefert.
  • Sämtliche Bildungseinrichtungen und deren Daten wurden in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen gewartet und gepflegt

Warum sagt gerade jetzt iBurg.at leise Servus?

Ein System wie iBurg.at ist nie ganz fertig. Endgeräte ändern sich, DSVGO Anforderungen kommen auf einen zu und Inhalte gehören ständig gewartet. Es sind viele Anforderungen die ein vermeidlich fertiges System wie es iBurg.at ist, erfordert.

Anforderungen die auch Investitionen bedeuten. Investitionen die Partner brauchen um das nötige Geld aufstellen zu können. Wir mussten in den letzten 24 Monaten feststellen, dass die lokale Wirtschaft immer mehr Schwierigkeiten hat sogar geringe Werbebudgets aufzustellen. Man merkt es auch an den immer höheren Leerständen bei Gassenlokale (selbst in Bestlagen wie dem Stadtplatz). Im besten Fall dienen die Geschäfte noch als reines Schaufenster oder sind zu menschenleeren Schauräumen degradiert worden.
Große Feste wie das Höfefest oder das Strand(bad)fest werden nicht mehr veranstaltet.

Wir haben zudem der Stadtgemeinde als auch dem neuen Stadtmarketing und Touristmusverein die Plattform iBurg.at angeboten. Nachdem unser erstes Angebot nicht einmal kommentiert wurde, haben wir des Öfteren und über verschiedene Wege versucht, unsere Gesprächsbereitschaft für eine erfolgreiche Übernahme durch die Stadt zu bekunden. Leider ohne Erfolg und ohne Echo.

Servus!

Das alles sind Umstände die mich dazu bewegt haben die Entscheidung zu treffen, das Projekt iBurg.at zu beenden. Das gesamte iBurg-Team und ich bedanken uns vom ganzen Herzen bei den Institutionen und Vereinen die regelmäßig ihre Nachrichten geschrieben haben, bei allen Kooperationspartnern für die wirklich gute und persönliche Zusammenarbeit und vor allem bei euch Lesern und Leserinnen. Einen besonderen Dank möchte ich auch an die zwei Christinen, Jakob, Rico, Wolfgang und Hans sagen, die auch in den schwierigen Zeiten für iBurg.at da waren.

Ahoi und alles Gute wünscht
Christoph Kaufmann und das iBurg-Team

P.s.:  Als Personen und als Firma visible7 bleiben wir natürlich bestehen. Wir freuen uns auf weitere spannende Projekte mit den Klosterneuburger Betrieben in den Bereichen Video & Marketing.

…und nicht vergessen – am 10.Juni ist Vatertag!